10.09.2012

Brombeeren sind für alle da!

Wem in den frühen Jahren der Medizin eine „Brombeerkur“ verordnet wurde, der hatte nichts Gutes zu erwarten, denn der „Patient“ musste vorwärts und rückwärts durch die Brombeerzweige kriechen, bis das „Übel“ an den Stacheln hängen blieb.
Genutzt hat diese „Kur“ mit Sicherheit niemandem und dem „Patient“ wurde nur zusätzliches Leid zugefügt.
Eine Brombeerkur in unserer Zeit würde auf jedem Fall in einem ganz anderen Rahmen stattfinden und die Früchte, nicht etwa die stacheligen Zweige, würden für die innere und äußere Anwendung im Mittelpunkt stehen.
Trotzdem kann man sich bei der Brombeerernte schnell als Teilnehmer der mittelalterlichen „Brombeerkur“ fühlen. Es bleibt halt nicht aus, dass man beim Pflücken der Früchte immer mal wieder mit der Kleidung an den Zweigen hängen bleibt, oder dass die stachligen Zweige auch mal berührt werden.
Die weit überhängenden Zweige der Brombeersträucher bilden dort, wo sie den Boden berühren, Wurzeln aus um sich an diesen Stellen zu neuen Pflanze zu entwickeln.
Brombeersträucher sind wie bereits erwähnt, stachelbewehrte Dickichte, sie bieten vielen Tieren geschützte Brut- und Nistplätze. Deshalb muss sich auch nicht wundern, wenn es ab August um die erntereifen Brombeeren einen „Erntewettlauf“ zwischen Mensch und Tier gibt, da diese Beerenköstlichkeit eben nicht nur bei uns auf dem Speiseplan steht.