21.10.2013

Pflanzliche Wetterpropheten

Die gehäuften Unwetter und Naturkatastrophen machten es deutlich: Der Mensch, seine Ernten und damit sein Überleben sind vom Wetter abhängig. Deshalb sind Vorhersagen, heute computergestützt, früher basierend auf Pflanzen- und Tierbeobachtungen, so bedeutsam.

Bei den „wetterfühligen Pflanzen“ spricht man von lebenden Messgeräten oder auch von „pflanzlichen Wetterpropheten“. Obgleich sie sich zur Vorhersage nur bedingt eignen, kann, wer die Zeichen richtig zu deuten versteht, aus der Natur einiges ersehen.

Unter den Wetterprophezeiungen im Volksmund und den meteorologischen Bauernregeln gibt es einige, die absolut verlässlich sind und andere, die nicht ernst genommen werden sollten, da sie auf einem Beobachtungsirrtum oder einer Fehlinterpretation beruhen.
Tatsächlich reagieren bestimmte Pflanzengruppen auf Veränderungen des Wetters als Fotometer (Lichtstärkemesser) oder als Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmesser). Bekannte lichtanfällige Exemplare sind Enziane und Seerosen. Sie schließen ihre Blüten selbst bei kurzfristigem Helligkeitsverlust (wenn beispielsweise eine Wolke im Vorbeiziehen die Sonne verdeckt). Hygrometische Pflanzen, wie Strandhafer oder auch Tannenzapfen zeigen, abhängig vom Feuchtigkeitsgrad, Eigenschaften des Einhüllens oder Enthüllens bestimmter Pflanzenteile.