05.12.2011

Tief- oder Flachwurzler für den heimischen Garten?

Als Haus- und Gartenbesitzer befürchtet man oft, dass Baumwurzeln das Mauerwerk des Gebäudes schädigen. Die Wurzeln richten an einem unversehrten Mauerwerk gewöhnlich jedoch keinen Schaden an. Trotzdem sollte auf die Pflanzung von Flachwurzlern, in unmittelbarer Nähe von Gebäuden verzichtet werden.
Flachwurzler strecken ihre Wurzeln nur wenige Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche aus. Einige senkrecht nach unten wachsende, kurze Wurzeln sorgen für den notwendigen Halt des Gehölzes. Strahlenförmig wachsen unzählige feine Wurzeln vom Stamm in alle Richtungen aus. Stoßen sie dabei auf Hindernisse wie zum Beispiel Pflaster oder senkrechte Beetplatten, führt dies schnell zu Verletzungen an den Wurzeln. Die Narben an den Wurzeln führen zu einer Wulstbildung, die die Gehwegplatten anheben oder einen Wegbelag aufreißen lassen. Um diesem Ärgernis vorzubeugen, sollte ein Abstand von mindestens 2,50 Meter zu befestigten Flächen eingehalten werden.
Wer Flachwurzler mit Stauden, Sommerblumen oder Bodendeckern unterpflanzen möchte
sollte auf robuste Pflanzen wie Kirschlorbeer, Buchs, Efeu, Funkie, Balkan-Storchschnabel, Kleines Immergrün und Wurmfarn setzen, da nur sie kräftig genug sind, um sich auch gegen flach wurzelnde Bäume durchzusetzen.
Tief wurzelnde Gehölze hingegen treiben eine schmale und sehr kräftige Pfahlwurzel, auf ihrer Suche nach Wasser und Nährstoffen, senkrecht so weit wie möglich in den Boden.
Sandige und trockene Standorte können problemlos mit ihnen bepflanzt werden, da sie sich aus der Tiefe mit ausreichend Wasser versorgen.
Eine Pflanzung in unmittelbarer Nähe von befestigten Flächen steht aufgrund der senkrecht nach unten wachsenden Wurzel nichts im Weg und auch das Unterpflanzen mit Stauden, Sommerblumen oder Bodendeckern kann wesentlich vielfältiger ausfallen als bei flachwurzelnden Gehölzen.
Der Wurzelaustrieb von Gehölzen wird bei der Neupflanzung meistens nicht beachtet und führt deshalb später zu unnötigen Ärgernissen, die im Vorwege, bei entsprechender Information, leicht zu vermeiden gewesen wären.