Bauerngarten

Der Bauerngarten: Vom Entfant terrible zur eigenwilligen Schönheit

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnete das Wort "Bauerngarten" die direkt ans Haus grenzende Nutzfläche in ländlichen Gegenden. Entsprechend der sozialen und wirtschaftlichen Situation ihrer Besitzer war sie meist nur klein bemessen und wurde bis in den buchstäblich letzten Winkel genutzt - weswegen der so genannte Bauerngarten zunächst kein einheitliches Konzept aufwies.

Markante Merkmale

Bei der Umgestaltung adliger Lustgärten bildete seine wild-romantische Unordnung ein dankbares Vorbild für Architekten, welches sie mit Elementen von Kloster- und Wandelgärten vereinten. Au dieser Zusammenführung ergab sich eine ganz eigene, bis heute geltende Ästhetik: Der rechteckige oder quadratische Bauerngarten wird von einem Wegekreuz durchschnitten, in dessen Mitte ein Rondell thront. Anders als die umliegenden Flächen dient es nicht dem Anbau von Nutzpflanzen, sondern ausschließlich der Zier - und beherbergt daher entweder Blumen oder ein Wasserspiel. Ein weiteres Merkmal ist die Einfriedung, denn der Bauerngarten ist immer von einem Zaun, einer Hecke oder einer niedrigen Mauer umgeben.

Bühnenartige Nutzfläche

Für gewöhnlich gedeihen in einem Bauerngarten sowohl Obst- und Gemüsepflanzen als auch Würz- und Heilkräuter. Während sich Bäume und Sträucher überwiegend an einer Seite der Anlage befinden, erstrecken sich die Beete mit niedrigen bis mittelhohen Gewächsen über die gesamte übrige Fläche.