Boden und Humus

Der Boden ist bei Pflanzen eine oft unterschätzte Notwendigkeit. Neben Wurzelhalt, Nahrung und Wasser bietet der Boden Ihren Gartenpflanzen drei Grundlagen die diese unbedingt für ein gutes Wachstum und Gedeihen benötigen. Doch welcher Boden ist eigentlich der richtige? Was benötigen die Pflanzen für einen Boden, um gut zu wachsen?
Wir geben Ihnen nachfolgend die Antworten auf Ihre Fragen und nützliche Tipps um für Ihren speziellen Gartenboden und Ihre ganz persönlichen Pflanzenansprüche die richtigen Voraussetzungen zu schaffen.

Die Bodenarten

Wir unterscheiden 3 Bodenarten die fließend ineinander übergehen und dadurch eigentlich in sechs Kategorien unterteilt werden können. Doch es geht einfacher, sofern Bodenarten und die Anteile der Bodenarten untereinander bekannt sind. Die Bodenarten sind: Sand, Ton und Lehm. (Da die eigentlich vierte Bodenart der Schluff sich ähnlich zum Lehm verhält. Werden wir ihn zur Vereinfachung nicht separat benennen.)

Drei wichtige Bodenarten: Vor- und Nachteile

Jede Bodenart hat ihre speziellen Vor- und Nachteile. Wir werden Ihnen nachfolgend Hilfen aufzeigen, um Ihren Boden zu bestimmen und somit festzustellen was eigentlich die Vor- und Nachteile ihres speziellen Gartenbodens sind.

Sand

Sandböden sind sehr Wasser- und Luftdurchlässig. Das Regenwasser fließt durch einen Sandboden wie durch ein Sieb. Deshalb trocknen Sandböden auch relativ schnell aus oder ab. Dafür sind Sandböden hervorragend durchlüftet. Dies ist ein Vorteil für Pflanzen die nicht so gern mit der Wurzel im Wasser stehen. Sandböden halten nicht lange vorhandene Nährstoffe. Der mineralische Sand kann die Nährstoffe nicht festhalten, deshalb werden diese - darunter besonders Stickstoff - sehr schnell ausgewaschen und stehen der Pflanze dann nicht mehr zu Verfügung. Die Zugabe von Ton oder Steinmehl, sowie lehmhaltigen Komposten verbessert den Sandboden erheblich.

Ton

In einen Tonboden kann das Wasser nur schwer eindringen und wird schnell oberflächlich abgespült. Weil die oberen Tonminerale an der Oberfläche schnell eine wasserdichte Schichten bilden. Regen und Gießwasser wird also an der Oberfläche abgespült oder verdunstet im Sommer noch bevor die Feuchtigkeit bis an die Wurzel abfließen konnte. Wenn der Tonboden ersteinmal nass ist, hält er die Feuchtigkeit sehr lange. Durchaus ein Nachteil: Nach starken Regenfällen kann Staunässe entstehen, die sich auch mehrere Tage lang halten kann. Das führt wiederum zur Vernässung der Pflanzenwurzel. Der Tonboden hat eine hohe Nährstoffhaltekraft. Das heißt, dass in Tonböden hinzugegebenen Nährstoffe -und auch der schnell flüchtige Stickstoff- längere Zeit verfügbar sind als in anderen Böden. Ein Tonboden kann durch die Zugabe von Sand nachhaltig durchlüftet und aufgelockert werden. Ebenfalls ist die Hinzugabe und Durchmischung mit Kompost sehr hilfreich.

Lehm (beziehungsweise Schluff)

Sofern der Lehmboden nicht verdichtet ist ist dieser der beste Boden was die Nährstoff und Wasserhaltekraft, sowie die Durchlüftung angeht. Lehmböden sind sehr humusreich. Hierdurch haben Pflanzen die besten Wachstumsbedingungen. Ein Lehmboden muss grundsätzlich nur auf gearbeitet werden, wenn er verdichtet ist. Dies geschieht am besten durch die Hinzugabe von Komposterden. Staunässe gefährdete Standorte sind in Kombination mit Lehmböden ein großes Problem für Gartenpflanzen. Sofern Staunässe auftritt und bekannt ist, sollte der Boden vor einer Pflanzung drainiert werden. Die Drainage kann je nach Wasserstaumenge als Kies oder Rohrdrainage ausgelegt werden.

Die wichtigste Schicht in jedem Gartenboden: Humus! - Hier lebt es sich gut!

Die eigentliche Wachstumszone aus der die Pflanzen ihre Nährstoffe und Wasser beziehen, ist ist der Humusbereich im Boden. Diese Schicht liegt meist in den ersten Zentimetern des Gartenbodens bis zu einer Tiefe von ca. 30 cm. Humus ist eigentlich kein Boden oder Erde, sondern die Schicht, die durch den jährlichen Laubfall, sowie absterbene Pflanzen aufgetragen wird. Es ist die Schicht, in der die kleinen Lebewesen leben die den Boden durchlüften, organische Materialien verarbeiten,  sowie die Nährstoffe umsetzen und somit ihren Pflanzen verfügbar machen. Die größten Vertreter der Humusschicht sind die Regenwürmer. Diese sind in jedem Garten ein gern gesehener Gast. Bereits eine handvoll Humusboden enthält mehr Mikroorganismen, als es Menschen auf der Welt gibt. Die Humusschicht ist deshalb das Lebenselexier Ihres Gartens und ihrer Pflanzen.

Zuschlagsstoffe

Torf
Um zum Beispiel Sandböden oder Tonböden aufzuwerten wurde in der Vergangenheit oft Torf als Zuschlagsstoff verwendet. Durch die grobe Struktur werden Depots angelegt in denen Wasser und Nährstoffe sich sammeln können. Allerdings ist mittlerweile bekannt, dass Torf eigentlich gar nicht so gut Wasser und Nährstoffe hält. Wenn der Torf trocken geworden ist lässt er sich schlecht wieder befeuchten und Nährstoffe werden schnell ausgespült oder sind im trockenen Zustand nicht Pflanzen verfügbar. Kompost Erden sind deshalb heutzutage die bessere Wahl, um den Boden aufzubessern.

Kompost
Was sind eigentlich Komposterden? Muss ich einen Komposthaufen in meinem Garten haben damit ich meinen Boden immer im besten Zustand halten kann?
Eigentlich braucht man im Garten gar kein Komposthaufen. In der Natur fallen die Blätter, Äste und verstorbenen Pflanzen auf dem Boden und verrotten. Deshalb nennt man die oberste Schicht eines Bodens auch Rotte-Schicht. Heutzutage lässt kaum ein Gartenbesitzer die Blätter auf dem Boden liegen, sondern hakt diese vom Rasen und auch zwischen den Beeten ab. Eine natürliche Rotte-Schicht entsteht so natürlich nicht. Nur deshalb benötigen wir im Garten ein Komposthaufen (Link Komposthaufen). Alles Laub kann in diesem Haufen gesammelt werden und dort gut durchlüftet verrotten. Den guten Kompostboden der somit entsteht, kann dann zur Aufwertung des vorhandenen Gartenbodens verwendet werden.