Kleines Nährstoff & Dünger 1x1

Egal in welchem Zustand der Gartenboden ist: Die Zugabe von Nährstoffen ist unabdingbar für ein gutes und gesundes Wachstum Ihrer Pflanzen. Damit Sie wissen, wann sie welchen Dünger geben, sollten Sie die wichtigen Nährstoffe und ihre Wirkungsweise kennen.
In diesem Ratgeber haben wir nachfolgend die wichtigsten Nährstoffe und ihre Wirkung aufgezeigt!

Das kleine 1x1 - Die Nährstoffe und ihre Wirkung

Stickstoff
Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Er fördert das Wachstum der Triebe und der Blätter und bildet über das Blattgrün das Chlorophyll aus. Nur so kann die Pflanze mit Hilfe des Sonnenlichts auch alle übrigen Nährstoffe umsetzen. Bei Stickstoffmangel läuft die Photosynthese nämlich nicht optimal: Stickstoffmangel (!). Dieser ist leicht erkennbar. Die Blätter Ihrer Pflanzen sind kleiner als sonst und werden gelblich blass. Oft bilden die Pflanzen bei Stickstoffmangel übermäßig viele Samen aus. Ein klarer Hilferuf: „Mir geht es schlecht ! Ich muss mich vermehren um die Art zu erhalten“. Doch auch eine Stickstoff-Überversorgung ist für das Pflanzenwachstum nicht zuträglich. Stickstoff ist nämlich der einzige Nährstoff gegen dessen Aufnahme sich die Pflanze nicht wehren kann. Bei einer Stickstoff Überversorgung ist die Pflanze gezwungen (!) stark zu wachsen. Die Blätter sind grüner und dunkler als normal und von der Fläche deutlich größer. Extremere Ausmaße erreicht die Überversorgung durch ein „vergeilen“ der Triebe. Dies äussert sich in einem weichen Austrieb der Stengel, welcher die Pflanzen sehr empfindlich gegen alle Umwelteinflüsse wie Wind, Regen und Frost machen.
Die Stickstoffversorgung sollte deshalb nie übertrieben werden. Denn eine Unterversorgung kann im Anfangsstadium schnell durch eine entsprechende Stickstoffgabe beseitigt werden. Andersherum geht es leider nicht.

Kalium
Kalium macht die Pflanze stabil. Es sorgt für den Zellaufbau. Kalium schützt vor Frost und Hitze, weil es sich positiv auf den Wasserhaushalt auswirkt. Kalium ist deshalb ein sehr guter Nährstoff um die Pflanze auf den Winter vorzubereiten es verlangsamt das Zellwachstum und damit das Längenwachstum der Pflanze - so ist die Pflanze optimal auf den Winter vorbereitet.
Im Sommer sollte eine Kaliumgabe nicht überhöht erfolgen, weil sich dadurch die Pflanze im Wachstum verlangsamt und beginnt Nährstoffe in die Wurzel einzulagern. Zur Sommerzeit ist dies wohl bei den meisten Hobbygärtnern ein ungewünschter Effekt.

Phosphor
Für die Blütenbildung und den Fruchtansatz ist Phosphor der wichtigste Nährstoff.
Durch die Nährstoffe Phosphor wird maßgeblich der Aufbau der Pflanzenzellen gefördert. Phosphor ist in den meisten Böden bereits gut vorhanden, da er schwer löslich ist und so selten auf dem Boden ausgewaschen wird. Bei der Gabe von Phosphor sollte man deshalb bei Gartenpflanzen etwas vorsichtig sein. Phosphor hat  bei Überdosierung die Eigenschaft das es die Umsetzung von Kupfer und Eisen hemmt. Hierdurch können Wachstumsstörung im Wurzelbereich entstehen. Äußerlich erkennt man dies durch eine rötliche Verfärbung der Blätter.

Magnesium
Diesen Nährstoff benötigt die Pflanze ebenfalls für den Aufbau ihres Chlorophylls. Magnesium gehört zu den Nährstoffen, die nur in sehr geringen Konzentration gedüngt werden müssen. Bei Obstgehölzen, die viel Energie für den Fruchtansatz benötigen, ist Magnesium ein zentraler Nährstoff. Magnesiummangel bei Obstgehölzen lässt die Früchte früh vom Baum fallen, da diese nicht gehalten werden können. Bereits ein kleiner Windstoss oder leichter Sturm reicht bereits weit vor der eigentlichen Erntereife aus, um die Früchte zu Boden zu werfen.

Calcium (Kalk)
Calcium ist ein sehr wichtiger Nährstoff für den Zellaufbau ihrer Pflanzen. Der gesamte Zellaufbau wird natürlich unter Verwendung von der Kalk als Baustein ausgeführt. Kalk hat aber auch einen ausserordentlich wichtigen Einfluss auf das gesamte Bodenleben und steuert über den pH-Wert die Verfügbarkeit sämtlicher weiterer Nährstoffe. Durch die Zugabe von Kalk in den Boden lässt sich der pH-Wert erhöhen oder senken. Verschiedene Pflanzengruppen haben auch verschiedene Ansprüche an den Boden-pH, um optimal zu gedeihen. Die Gruppe der Moorbeetpflanzen, zum Beispiel also alle Rhododendron und Heidepflanzen, bevorzugen einen niedrigen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Die meisten Sträucher und Heckenpflanzen bevorzugen einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7 - der auch in den meisten Gartenböden grundsätzlich gegeben ist. Rosen mögen es gerne etwas kalkreicher so dass ihn auch ein pH-Wert zwischen 7 und 7,5 sehr entgegenkommt. Calcium hat noch einen weiteren Effekt: Es fördert nämlich das Bodenleben ! Die Mikroorganismen benötigen für die Zersetzung von Material, also zum Beispiel Kompost oder Mulch, Blättern und Zweigen, Calcium um ihre Arbeit zu verrichten. Falls der Calciumgehalt im Gartenboden zu gering ist, aber der Biomasse Anteil zum Beispiel durch Holzhäcksel oder Rindenmulch hoch ist, binden die Mikroorganismen Stickstoff als Baustein. Dieser ist dann für Gartenpflanzen nicht mehr verfügbar und kann sogar im schlimmsten Fall durch die Mikroorganismen den Pflanzen entzogen werden. Der positive Gedanke durch Rindenmulch oder Holzhäcksel den Boden zu schützen kehrt sich ins Gegenteil um. man spricht von auftreten einer Stickstoff-Sperre.

Kupfer
Kupfer ist zwar ein Spurenelement, so daß der Garten dieses nicht in großen Mengen nötig hat, aber Kupfer hat einen großen Einfluss auf alle Stoffwechselvorgänge in der Pflanze. Ein Mangel beeinflusst das Längenwachstum und die Ausfärbung einer Pflanze. Speziell bei Liguster wird ein Kupfermangel durch rötlich-violette Blätter angezeigt und führt zum Stillstand des Wachstums und zum Verlust der Triebspitzen und Blätter.

Molybdän

Molybdän ist ein Nährstoff der notwendig für die Pflanzen ist, um Stickstoff umzuwandeln.
Dieser Nährstoff ist bei Mangel ebenfalls ursächlich für das Auftreten einer Stickstoff-Sperre. Die Mikroorganismen  im Boden benötigen Molybdän für die Umwandlung des Humus.

Eisen

Eisen wird von der Pflanze für die Stoffwechselvorgänge benötigt. Ein Eisenmangel ist durch gelbe Blätter mit grünen Adern erkennbar. Eisenmangel kann eigentlich nur bei Topfpflanzen oder Pflanzenkübel auftreten. Besonders einjährige oder mehrjährige blütenreiche Pflanzen können Eisenmangel bekommen. In einem offenen Gartenboden tritt Eisenmangel sehr sehr selten auf. Normalerweise entsteht ein Eisenmangel nur, wenn durch eine hohe Kalkgabe und einen somit hohem pH-Wert die Umsetzung von Eisen blockiert wird. Eisen ist in unseren Böden in der Regel häufig in ausreichendem Maße vorhanden. Man kann wohl davon ausgehen, daß die - zugegebener Maßen - „sehr geringe“ Eisenversorgung alleine durch Korrosion und Emmission unserer modernen Welt gedeckt wird. Es kommt sogar eher zu einer Überdüngung von Eisen, zum Beispiel durch die Nutzung von eisenhaltigen Düngern zur Unkrautvernichtung.