Herbstschnitt für Gehölze und Stauden

Ratschenschere über Ästen.
Des Gärtners Freund: Die Ratschenschere.
Gartenschere in Hand beim Schnitt eines Strauchs.
Behutsam und umsichtig: Herbstschnitt der Sträucher.
Mit Sternrußtau befallene Rose.
Schnitt geboten: Mit Sternrußtau befallene Rose.
Heckenschere über herbstlicher Hecke.
Hecken-Rückschnitt im Herbst: Die Schonzeit ist vorbei.

 

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende. Zeit also, den Garten auf die Winterruhe vorzubereiten. Bäume, Sträucher und Stauden sollten nun von alten, abgestorbenen und kranken Ästen und Blättern befreit werden. Das verschafft ihnen Energie für die bevorstehenden Monate und sorgt dafür, dass sie auch im kommenden Jahr kräftig aufblühen.

Dabei gilt es zu differenzieren, denn nicht jede Pflanze verträgt einen ausgiebigen Schnitt. Worauf es grundsätzlich zu achten gilt, welches Werkzeug sich am besten eignet und welches Gewächs du besser behutsam pflegst, erfährst du hier.

 

Gehölze schneiden: Die Grundlagen

Zunächst einmal ist festzustellen, was eigentlich abgeschnitten werden sollte. Neben den erwähnten kranken und abgestorbenen Pflanzenteilen sollten das sich überlagernde, zu lang gewachsene oder dünne Äste nahe dem Pflanzenstamm sein.

Wichtig: Kranke Äste und Blattwerk sollten vernünftig entsorgt werden (als Abfall, NICHT kompostieren), um ein Übergreifen der Krankheit auf weitere Pflanzen zu vermeiden.

Als bestes Universal-Werkzeug empfiehlt sich die Ratschenschere, die sich gerade bei dickeren Austrieben als äußerst hilfreich und komfortabel erweist. Für feinere Arbeiten eignet sich die gemeine Gartenschere am besten. Bei dichtem Wuchs empfiehlt sich die kräftige Heckenschere. Bei hochwachsendem Gehölz ist eine Baumschere oder -säge (bei besonders dickem Geäst) mit Teleskopstiel die richtige Wahl.

Wichtig: Das Werkzeug sollte ausreichend scharf sein, um saubere Schnitte zu erzielen und so die Gesundheit der Pflanzen zu schützen.

 

Gehölze schneiden: Die Extras

Grundsätzlich gilt: Bei Frühjahrsblühern wie Berberitze, Forsythie oder Magnolie und Heidepflanzen sollte, sofern sie nicht zu wild wachsen, auf einen Herbstschnitt verzichtet werden. Der erfolgt nämlich regelmäßig erst nach der Blüte im Frühjahr.

Beerenobststräucher sollten ausgelichtet werden, sobald sie abgeerntet sind, um ihre Vitalität zu erhalten. Dabei werden die abgetragenen Ruten bodennah abgeschnitten. Auch alte und schwache Ruten können entfernt werden, um jungen, fruchttragenden Trieben den Weg zur Sonne zu ebnen.

Wichtig: Manche Sträucher sollten erst zu Jahresbeginn geschnitten werden, um ihnen den natürlichen Schutz ihres Geästs im Winter nicht zu nehmen. Dazu zählen etwa die Brombeere und die Sommer-Himbeere.

Bei Rosengewächsen ist ein Herbstschnitt nur bedingt nötig. Wichtig wird er dann, wenn es gilt, die Pflanze vor Krankheiten und Schädlingsbefall zu schützen. Dazu sind die befallenen Triebe gründlich zu entfernen. Triffst du die Entscheidung, die Rosen zurückzuschneiden, sollten diese maximal bis zu einem Drittel Ihrer ursprünglichen Höhe gekürzt werden, um drohende Frostschäden zu vermeiden. Dabei solltest du darauf achten, einen in seiner Höhe gleichmäßigen Schnitt zu erzielen, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung aller Pflanzenteile zu gewährleisten. Um die Pflanze vor zu extremer Winterkälte zu schützen, kann es sinnvoll sein, sie im Anschluss mit etwas Tannenreisig oder Mulch zu bedecken.

Um nistende Vögel nicht zu stören, ist es laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes zwischen März und September nicht gestattet, die eigene Hecke einem radikalen Rückschnitt zu unterziehen. Ab dem 01.10. ist dies nun wieder möglich und sinnig, da sie sich nun in ihrer vegetativen Ruheperiode befindet. Im Idealfall schneidest du deine Hecke bis Mitte November, solange die klimatischen Bedingungen dies zulassen. Die Temperatur sollte möglichst über 5° Celsius liegen, um Frostschäden zu vermeiden, die bei noch frischen Schnitten auftreten können. Der Schnitt erfolgt bestenfalls am späten Nachmittag, um einer zu starken Austrocknung der Pflanze über die Schnittstellen entgegenzuwirken. Dann gilt es, beschädigte Zweige zu entfernen, bevor überstehende Äste abgeschnitten werden.

Wichtig: Im unteren Bereich sollte die Hecke breiter sein, um den dortigen Blättern ausreichend Licht und Luft zuteilwerden zu lassen. 

 

Stauden stutzen: Weniger ist mehr

Um die Gesundheit mehrjähriger Stauden zu erhalten, ist es notwendig, sie von kranken Pflanzenteilen zu befreien. Dies sollte geschehen, wenn Blüten und Blätter welk sind. Richtmaß ist etwa eine Handbreit über dem Boden – so sind die Pflanzen noch ausreichen frostgeschützt und bieten Nützlingen ein hervorragendes Winterquartier. Unser Tipp: Nur schneiden, was wirklich eines Schnitts bedarf, denn viele Stauden zieren das Bild deines Gartens gerade in den sonst recht kargen Wintermonaten.