Nach dem Gehölzschnitt - Umgang mit Schnittwunden

In diesem Ratgeber efahren sie, wie Sie mit Schnittwunden an Ihrne Pflanzen umgehen und diese ggf. behandeln können.

Der Schnitt und die Wunde

Durch den Schnitt ist der Pflanze eine Wunde entstanden. Da Pflanzen aber von Natur aus häufig Opfer tierischer Schnittmaßnahmen sind können diese die Wunde schnell und effektiv schließen. Natürlich ist der Saftstrom der jeweiligen Jahreszeit entsprechend ausschlaggebend für ein gutes Verheilen oder starkes Bluten der Wunde.

Verletzung und Heilung – wann heilen Wunden am besten?

Wunden heilen am besten wenn diese möglichst klein gehalten werden. Obwohl sich die Meinungen der Gärtner unterscheiden kann man festhalten dass saubere Schnitte zu einem geringeren Infektionsrisiko und somit zu einer größeren und schnelleren Heilung beitragen. Wunden heilen grundsätzlich am besten wenn diese nicht ständiger Vernässung ausgesetzt sind. Sofern die Wunde auf der Wetterseite liegt oder durch andere Gegebenheiten dauerhaft feucht ist sollte diese ebenfalls mit einem Wundverschluss oder anderen Hilfsmitteln abgedeckt werden.

Wie verhält sich die Pflanze nach dem Schnitt?

Ein Schnitt tut Pflanzen wohl grundsätzlich gut. Pflanzen treiben durchgeschnittene erste deutlich stärker und gleichmäßiger aus. Einschnitt bietet der Pflanze eine willkommene Ruhepause im Wachstum. Oft ist zu beobachten das Pflanzen nach einer Schnittmaßnahme deutlich stärker und buschiger austreiben. Die durch den Schnitt verlorene Trieblänge ist schnell mit einer deutlich höheren Anzahl an Trieben wieder aufgeholt. Besonders in der Anwachsphase und in Stresssituationen profitieren Pflanzen von einem Rückschnitt ihrer Triebe.

Wasserreiser

Die aus einem Schnittbereich treibenden Wasserreiser sind meist sehr dünn und peitschenartig. Sie treiben strengen der Sonne entgegen und bilden deswegen keine stabilen Äste aus. Wasserreiser sind besonders bei Obstbäumen unerwünscht da sie dem Fruchtholz die Kraft rauben. In einem hohen Alter der Pflanze sind Wasserreiser häufig der Grund für Windbruch und Instabilität. Deshalb sollten die bleistiftdicken streng aufstrebenden Wasserreiser immer rechtzeitig aus den Pflanzenkronen entfernt werden.

Wildtriebe

Bei allen veredelten Pflanzen darunter besonders Obstgehölzen kann es durchaus sein das Triebe, ähnlich den Wasserreisern, in Bodennähe oder dicht unter der Krone aus der Pflanze sprießen. Es handelt sich hierbei um Wildtriebe. Viele Gartenpflanzen und eben besonders Obstgehölze stehe nämlich gar nicht auf der eigenen Wurzel. Ein Apfel mit einem guten Fruchtertrag muss eine Wurzel haben die in sehr gut versorgen kann. Hierzu werden starke Wildäpfel oder spezielle Unterlagen-Sorten verwendet. Der Nachteil dieser als Veredelung bezeichneten Vorgehensweise ist dass die Unterlage ab und an einmal ausbrechen möchte und eigene Triebe bildet. Für die Veredelung kann dies tödliche Folgen haben. Wildtriebe sollten deshalb frühzeitig bis zum Stamm entfernt werden. Lässt man Wildtriebe einfach weiter wachsen so würden sie die Veredelung übertrumpfen und diese zukünftig nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen.

Kopfwunden

Kopfwunden entstehen nicht nur an der obersten Spitze eines Baumes oder Strauches beim Schnitt. Weitläufig muss als Kopfwunde jede Schnittfläche an einem senkrecht aufstrebenden Trieb bezeichnet werden. Wie bereits erläutert müssen Wunden frei von Feuchtigkeit gehalten werden. Kopfwunden sollten deshalb möglichst immer schräg angeschnitten werden. Hierdurch wird das anfallende Regenwasser schnell über das Gefälle des Schnittes abgeleitet und die Wunde trocknet zügig ab.

Krankheiten ausschneiden

Sollte doch einmal ein Krankheitserreger den Weg in Pflanzen Triebe gefunden haben so sollten diese großzügig weg geschnitten werden. Es empfiehlt sich dringend niemals direkt in einen Befall zu schneiden, da hierdurch der Befall erstens nicht entfernt und zweitens durch das kontaminierte Werkzeug bei jedem weiteren Schnitt vermehrt wird. Optische Befallsbilder sollten deshalb großzügig beschnitten werden.

Sommerschnitt

Ein Sommerschnitt ist jeden Hecken Besitzer wohlbekannt. Von etwa Ende Juni bis Ende August ist durch einen Schnitt ein hervorragendes dichtes Heckenwachstum gewährleistet. Doch auch bei Obstgehölzen ist ein Sommerschnitt sinnvoll, da er den Frucht Ertrag steigert. Bei Zierkirschen und besonders bei Mandelbäumchen wird der Sommerschnitt direkt nach der Blüte ausgeführt, um den Befall von Pilzen über die ab getrockneten Blüten zu verhindern.

Pflanzschnitt

Für Container Pflanzen und auch die meisten Ballenpflanzen ist ein Pflanzschnitt kein Thema.Ein Pflanzschnitt ist heutzutage nur noch bei Wurzelware nötig. Da die Wurzelware durch die Rodung oder Ernte einen Teil ihrer Wurzelmasse verliert, ist es nötig die oberirdischen Triebe und somit die Blattmasse etwas zurückzunehmen damit die Pflanze einen Verdunstungsschutz erhält.

Wurzelschnitt

Der Wurzelschnitt wird meist direkt in der Baumschule ausgeführt. Besonders bei wurzelnackten Pflanzen ist ein Wurzelschnitt häufig erforderlich. Doch auch für den Hobbygärtner ist die Ausführung eines Wurzelschnitt bei Containerpflanzen empfehlenswert. Pflanzen die im Containertopf gewachsen sind haben nämlich die Eigenart dass ihre Wurzeln ringförmig wachsen. Diese dann in ihrem neuen Domizil in das Pflanzloch gesetzt werden kann es sein dass das ringförmige Wachstum sich fortsetzt. Die Pflanze bildet somit über lange Zeit keinen ordentlichen Bodenhalt aus. Durch einen oder mehrere Schnitte in den Ballen des Containertopfes oder ein herausreißen einzelner Wurzelteile mit den Fingern wird die Wurzel aus dem ringförmigen Wachstum herausgebracht.