Mispeln

Das verführerische Aroma der Mispelfrüchte bietet ein wohltuendes Genusserlebnis, dass aufgrund reichhaltiger Verwertungsmöglichkeiten viele Gaumenfreuden offenbart.
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    Mispel

    Mespilus germanica

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Mispeln

Die Mispeln (Mespilus) sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie sind sommergrüne Bäume bzw. aufrechte Sträucher, die teilweise Dornen tragen. Ihr dunkelgrünes Blattwerk ist mit bis zu 15 Zentimetern Länge auffallend groß und setzt in Kombination mit dem in Mai / Juni erscheinenden Blütenschmuck leuchtende Farbakzente.

Die ovalen, leicht behaarten Früchte der Mispel wachsen im Sommer heran und sind im September ausgereift. Die Anfangs grünen Scheinfrüchte färben sich bei der Reife Ende Oktober rostrot. Das Fruchtfleisch ist leuchtend weiß bis rötlich und schmeckt im reifen Zustand bitter und herb. Erst nach leichten Herbstfrösten oder nach zweiwöchiger Lagerung in kühler und trockener Umgebung wird die Gerbsäure abgebaut und die Früchte erhalten ein süß-säuerliches Aroma, das dem eines frischen Weines ähnelt. Mispeln werden meist zu Marmelade, Kompott und Mus sowie Gelee, Schnaps und Likör verarbeitet.

Die reichlich enthaltenen, aber mild schmeckenden Fruchtsäuren der Mispelfrucht erfrischen und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit. Der hohe Kalium-Gehalt reguliert den Wasser-Haushalt und hilft beim Entschlacken. Karotene und Phenole unterstützen den Körper bei der Tumorabwehr.

Früher waren die Früchte sehr begehrt, wurden roh gegessen, zu Marmeladen verarbeitet und aufgrund ihres hohen Gerbsäureanteils zur Konservierung dem Wein oder Most beigefügt. Auch für verschiedene medizinische Zwecke nutzte man die Frucht.

Das anfängliche Gebiet der Verbreitung der Frucht ist nicht bekannt, es wird aber angenommen, dass die Mispeln in Asien ihren Ursprung haben und schon von den Kulturvölkern Kleinasiens und Persiens angebaut wurden. Von dort aus verbreiteten sie sich nach Süd- und Westeuropa und wurden überwiegend in Klöstern angepflanzt. In Europa waren es primär die alten Römer und Griechen, die  die Mispeln kultivierten und verbreiteten.

Heute gelten Mispeln als stark gefährdet und die Reliktvorkommen müssen besonders geschützt werden. Ihr Ansehen ist in ihren Erzeugerländern, wie Japan, Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland und Holland deutlich größer und  wird dort auch auf den lokalen Märkten gehandelt.

Als südeuropäische Art hat die Mispel hohe Wärmeansprüche und kommt deshalb vor allem auf sonnigen Hängen am Waldrand, in Gebüschen und in lichten Laubwäldern vor. Mispeln lieben gut durchlüftete, eher steinreiche Böden. Für ein kräftiges, optimales Wachstum brauchen Mispeln viel Licht.